St.Gallen Health in Berlin. Ein persönlicher Reisebericht.
St.Gallen Health war Teil der viertägigen Informationsreise der Handelskammer Deutschland-Schweiz an die internationale Messe "Digital Medical Expertise & Applications" (DMEA) nach Berlin. Ein Reisebericht von Annina Huber, Projektleiterin St.Gallen Health.
Auftakt in Zürich und Ankommen in Berlin
Montagmorgen am Flughafen Zürich: Es war der Moment des Kennenlernens und des ersten Austauschs in der Gruppe, die in den kommenden Tagen gemeinsam in Berlin unterwegs sein wird. Nach der Ankunft in Berlin folgte ein Kick-off mit Germany Trade & Invest und ein Abgleich der Erwartungen: wer bringt welche Perspektive mit, welche Themen stehen im Fokus, und was möchten wir aus dieser Reise mitnehmen? Der Tag klang bei einem gemeinsamen Abendessen aus, ein gelungener Start aus fachlichem Input und persönlichem Austausch.
Zu Gast im Herzen der digitalen Gesundheitsbranche
Am Dienstag ging es dann so richtig los mit dem ersten Besuch an der DMEA, Europas wichtigste Messe für die digitale Gesundheitsversorgung. Wir wurden vom Veranstalter herzlich empfangen und bekamen auf einem geführten Messerundgang spannende Einblicke in verschiedene Unternehmen wie B. Braun Gruppe, Dräger oder Olympus Corporation. Es folgte ein Besuch beim Swiss Pavillon, wo sechs der rund 40 Schweizer Aussteller ihre innovativen Lösungen präsentierten. So zeigte beispiels-weise smartangel, wie Notfälle vorausschauend erkannt werden können – durch die intelligente Analyse von Vitaldaten, Bewegungsmustern und Sturzereignissen. Und das Team von hirncoach verdeutlichte, wie wichtig fundiertes Hirntraining in jeder Lebensphase ist. Ihre Angebote für Jung und Alt sowie für Unternehmen und Institutionen fördern die mentale Gesundheit und Hirnfitness. Die eigene kognitive Standortbestimmung ist nicht ganz ohne, lohnt sich jedoch sehr.
Im Anschluss besuchten wir die DEMO E-Health Showpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin. Hier konnten wir praxisnah entdecken, wie digitale Anwendungen den Arbeitsalltag erleichtern, Prozesse effizienter gestalten und Patientinnen und Patienten besser einbinden können. Die Anamnese wurde von einem Roboter durchgeführt – unsere Zukunft?
Ohne Kooperation keine Innovation
Der dritte Tag stand ganz im Zeichen der Zusammenarbeit. Im Rahmen der DMEA organisierte die Han-delskammer Deutschland-Schweiz gemeinsam mit Germany Trade & Invest und dem ZVEI e. V. einen länderübergreifenden Round Table Talk zum Thema «Smart Health Decisions: KI-MedTech zwischen Innovation und Beschaffung». Aus der Diskussion wurde deutlich, dass die grössten Herausforderungen nicht in der Technologie selbst liegen. «KI wird Ressourcen freisetzen, damit wir uns wieder mehr um die Menschen kümmern können». Vielmehr sind es gewachsene Strukturen, komplexe Prozesse und unterschiedliche Perspektiven, die den Fortschritt bremsen. «Als Beispiel: auf der Intensivstation wollen wir Alarme vermeiden, dafür Warnungen bekommen.» Innovation entsteht nicht im Alleingang. Sie ist das Ergebnis funktionierender Zusammenarbeit.
Am letzten Abend liessen wir die spannende Reise bei einem gemeinsamen Essen in einem typischen Berliner Restaurant ausklingen. Bei lokalen Spezialitäten blickten wir auf die vergangenen Tage zurück, tauschten Erkenntnisse aus und liessen die Erlebnisse noch einmal Revue passieren. Als Gruppe sind wir in dieser Zeit spürbar zusammengewachsen.
Wenn Innovation in der Praxis ankommt
Zwei Besuche bei Berliner Referenzprojekten lieferten am letzten Reisetag den abschliessenden Praxis-test. Beim Unternehmen mediaire wurde sichtbar, wie künstliche Intelligenz längst mehr ist als ein Zu-kunftsversprechen. In der radiologischen Diagnostik bieten KI-basierte Lösungen schon heute Unterstüt-zung im Alltag.
Der Besuch im Smart Living & Health Center zeigte eindrucksvoll, wie selbstbestimmtes Leben trotz gesundheitlicher Einschränkungen gelingen kann. In einer modern ausgestatteten Wohnung konnten wir praxisnahe Lösungen rund um Alltag, Komfort und Lebensqualität kennenlernen und testen. So beein-druckten mich besonders das kippbare Bett für müheloses Aufstehen, die Treppensteighilfe, die extra Halt und Sicherheit bietet oder die Duschbrause, aus der nebst Wasser auch Shampoo fliesst - sozusa-gen «Die Waschanlage für zu Hause.»
Der Weg geht weiter
Diese Reise war mehr als eine Abfolge von Terminen. Sie bot einen intensiven und spannenden Einblick in die digitale Gesundheitsversorgung, mit engagierten Akteuren und innovativen Lösungen.
Vielen Dank an die Handelskammer Deutschland-Schweiz, die diese Reise ermöglicht und hervorragend organisiert hat. Auch möchte ich mich bei meinen Mitreisenden des Paraplegiker Zentrums Nottwil und der Universitätsklinik Balgrist für den offenen und herzlichen Austausch bedanken. Ich nehme neue Perspektiven, viel Wissen, wertvolle Kontakte und jede Menge Inspiration mit – für das Netzwerk und unsere Mitglieder.