International vernetzt

Das Zentrum für Labormedizin St.Gallen (ZLM) steht für "Diagnostische und klinische Kompetenz aus einer Hand". Joyce Richardson Etokwu, Senior Consultant Hämatologie, gibt Einblick in den Arbeitsalltag.

Was zeichnet das ZLM aus Ihrer Sicht besonders aus?

Das Zentrum für Labormedizin St.Gallen (ZLM) steht für «Diagnostische und klinische Kompetenz aus einer Hand®». Dieser Leitsatz prägt unseren Arbeitsalltag und wird im gesamten Haus aktiv gelebt. Die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Teams sowie mit unseren klinischen Partnern ermöglicht eine umfassende, effiziente und qualitativ hochwertige Diagnostik.

Als eines der zehn führenden medizinisch-diagnostischen Labore der Schweiz ist das ZLM bekannt für Innovationskraft, Flexibilität und einen ausgeprägten Teamgeist in allen Fachbereichen. Besonders hervorzuheben ist unsere Rolle als Vorreiter in der Laborinnovation: Ob bei der Einführung neuer Technologien, der Digitalisierung diagnostischer Prozesse oder der Entwicklung zukunftsweisender Konzepte – wir gestalten die Labormedizin aktiv mit und setzen regelmässig neue Standards.

Wie sieht die internationale Zusammenarbeit im ZLM aus?

Internationale Vernetzung ist ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Wir beteiligen uns regelmässig an internationalen Studien, Ringversuchen und Fachkongressen – mit wissenschaftlichen Beiträgen, Posterpräsentationen oder als Mitorganisierende. Besonders hervorzuheben ist die Organisation des hämostaseologischen Intensivworkshops, den wir gemeinsam mit renommierten Partnern wie der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung auf internationalem Niveau durchführen. Diese Plattform fördert den interdisziplinären Austausch zwischen Fachpersonen aus unterschiedlichen Ländern – direkt vor Ort in der Ostschweiz.

Darüber hinaus ist das ZLM in innovative Forschungsprojekte eingebunden. So wirken wir in einem internationalen Konsortium an einer Lösung mit, die mithilfe von Künstliche Intelligenz (KI) die Beratung und Diagnosestellung bei seltenen genetischen Erkrankungen effizienter gestalten soll. Verschiedene Studien belegen die exzellente und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem ZLM und seinen nationalen sowie internationalen Partnern. Ein Beispiel dafür ist die SWIFT-Studie, deren Finanzierung durch Mittel des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) ermöglicht wurde.

Ein herausragendes Zeichen internationaler Anerkennung ist zudem die Zertifizierung des in Kooperation mit dem Ostschweizer Kinderspital geführten Ostschweizer Hämophilie- und Hämostasezentrums als European Haemophilia Comprehensive Care Centre (EHCCC). Diese Auszeichnung bestätigt unsere diagnostische und klinische Exzellenz im Bereich der Gerinnungsmedizin und unterstreicht die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Ostschweizer Kinderspital und HOCH Health Ostschweiz.

All diese Aktivitäten zeigen, dass wir über institutionelle und nationale Grenzen hinausdenken und handeln – im Sinne einer fortschrittlichen Diagnostik und einer optimalen Versorgung von Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen.

Welche Aufgaben und Projekte sind im ZLM besonders wichtig?

Das Zentrum für Labormedizin (ZLM) erfüllt einen öffentlichen Leistungsauftrag für den Spitalverbund HOCH (Health Ostschweiz), die Psychiatrie St.Gallen sowie die Veterinärbehörden des Kantons und stellt sowohl die labormedizinische Grundversorgung als auch spezialisierte Diagnostik sicher. Darüber hinaus erbringen wir Leistungen für freipraktizierende Ärztinnen und Ärzte, ausserkantonale und private Spitäler sowie für Universitäten.

Als akkreditiertes Labor (STS 0155) legen wir grossen Wert auf Qualität, Verlässlichkeit und kontinuierliche Weiterentwicklung. Im Fokus stehen die Einführung innovativer diagnostischer Methoden, die Automatisierung und Digitalisierung von Prozessen sowie die enge Abstimmung mit den klinischen Anforderungen.

Das ZLM ist zudem ein anerkanntes Ausbildungszentrum für FAMH- und FVH-Kandidatinnen und Kandidaten, Fachärztinnen und Fachärzte für Hämatologie, sowie für BMA- und BMLD-Studierende. Die gezielte Förderung des Nachwuchses und die kontinuierliche Weiterbildung unserer Mitarbeitenden sind zentrale Elemente unseres Auftrags – und sichern langfristig eine hochwertige und zukunftsorientierte Diagnostik.

Was gefällt Ihnen persönlich am besten an Ihrer Arbeit im ZLM?

Ich bin als eingebürgerte Schweizerin mit Wurzeln in Westafrika (Nigeria) besonders dankbar, in einem Umfeld arbeiten zu dürfen, das Vielfalt nicht nur schätzt, sondern aktiv fördert. Im ZLM erlebe ich ein kollegiales, respektvolles und multikulturelles Miteinander. In meiner Rolle werde ich sowohl gefordert als auch unterstützt – durch die Leitung, durch spannende Projekte und durch den täglichen Austausch mit engagierten Kolleginnen und Kollegen. Die Möglichkeit, einen echten Beitrag zur Gesundheitsversorgung zu leisten, motiviert mich jeden Tag aufs Neue.